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Who the fuck are… The 1975?

Gegründet vor über zehn Jahren in Manchester, Großbritannien, wird die Band in der alternativen Musikszene seit mehr als einem Jahr stark gehypt.  Auch ich bin diesen englischen Jungs, die mit Vorliebe nur schwarz tragen und diese Ästhetik auch in fast ihrem gesamten anderen Artwork verfolgen, durchaus zugeneigt.

Nach ihrem Debütalbum The 1975 und vier EPs ist ihr Sound immer noch schwer zu definieren; man könnte es als ein Gemisch aus eingängigem Beat, dem Abspann eines beliebigen Independent-Films und Anleihen aus dem Synth-Pop der 80er einordnen, wenn man gezwungen wäre, ihre Songs unbedingt in eine Schublade zu stecken. Ich hatte Saxophonsolos davor nicht notwendigerweise für etwas gehalten, das ein Lied wirklich verbessert, aber nach Heart Out habe ich diese Einstellung definitiv verworfen.

Von links: Ross MacDonald, Adam Hann, Matty Healy, George Daniel

Von links: Ross MacDonald, Adam Hann, Matty Healy, George Daniel

Während die Vier bzw. Fünf  in Großbritannien mit besagtem Debütalbum bereits kurz nach Erscheinen an der Spitze der Charts standen, sind sie hier in Deutschland noch eher unbekannt. Davon war beim Konzert am 12. Oktober im Astra Kulturhaus allerdings herzlich wenig zu merken, denn die Übergänge in der Location waren fließend zwischen ‚normal ausverkauft ‘ und ‚klaustrophobisch‘. Die jahrelange gemeinsame Auftrittserfahrung war spürbar, selbst durch einen kompletten Technikausfall und Feueralarm ließ sich niemand aus der Ruhe bringen.

Fündig wird ebenfalls, wer auf Metaphern in Songtexten steht  –  Matt Healy, Sänger und Texter der Gruppe, scheint sich in anderer Form nicht ausdrücken zu können. The 1975 als künstlerisches Konzept stimmt einfach, und das merkt man immer wieder aufs Neue  –  Artwork, Musik, Videos und auch die Jungs als Persönlichkeiten ergänzen sich zu einem ästhetischen Gesamtbild, dem man gern zuhört und zusieht. Trotz all dieser Feinabstimmung verliert die Musik auch nie ihren Charme, der von den Ursprüngen der Band in Matt Healy’s Kinderzimmer ausgeht.

Zu finden sind The 1975 natürlich in fast allen sozialen Netzwerken.

Für 2015 ist das zweite Album geplant, und natürlich ist die Erwartung nach ihrem Debüt riesig. Doch so, wie man die Band kennt, ist eine Enttäuschung eher unwahrscheinlich. Denn es ist immer besser, das zu machen, worauf man künstlerisch auch Lust hat, ohne sich hineinreden zu lassen  – und genau das tun The 1975.