Statusmitteilung

Mobilität von morgen: Wollen wir zu viel?

In diesem Moment strahlt die Sonne auf mich hinab. Es ist ein unvergleichlich schönes Gefühl. Die Zeit vergeht auf einmal viel langsamer und ich muss unkontrolliert lachen. Ich kann gar nicht aufhören und möchte die Welt umarmen. Ich muss an den bevorstehenden Sommer denken und freue mich auf noch mehr Sonnenschein, ausgelassene Fahrradtouren und hitzefrei.

Heute ist alles schön. Doch seit längerer Zeit drängt mich die Frage, wie lange das noch so bleiben wird. Wie oft werde ich noch im Spätfrühling solch eine Vorfreude erleben können, bis die Jahreszeiten irgendwann kaum noch auseinanderzuhalten sind? Bis es im Winter überall ein wenig regnet, statt zu schneien, und somit die Fahrt ins Skigebiet nicht mehr möglich wird? Ich mag Wintersport, aber es ist umweltschädlich. Doch weil es ein starker Touristenmagnet ist, lohnt es sich für die Einwohner und Lokalunternehmen. Auch in anderen umweltschädlichen Branchen werden steuerzahlende Unternehmen glücklich und somit zwangsweise auch der Staat, der einen Teil des Umsatzes der Unternehmen bekommt.

Dass der Staat das unterstützt, ist nachvollziehbar aber paradox: Einerseits wird laut „Klimaschutz! Jetzt!“ gerufen und gleichzeitig die Umwelt kontrolliert zerstört. Viele der Veränderungen, die Unternehmen an der Umwelt vornehmen, lassen sich nicht oder nur mit enormen Aufwand rückgängig machen – sie schädigen die Umwelt. Aber ich gebe den Unternehmen nicht die alleinige Schuld, denn genauso bin ich für die Umweltzerstörung verantwortlich. Ich bin ein Konsument und Verbraucher – Mitglied einer großen Gruppe mit viel Einfluss.

Ich hoffe darauf, in Zukunft nicht mehr aktiv etwas für die Umwelt tun zu müssen. Ich hoffe auf Mittel, mit denen ich mich umweltfreundlich fortbewegen kann und auf Geräte, die ich ohne Gewissensbisse benutzen kann. Die Mittel und Geräte sollen nicht der Umwelt schaden und werden umweltfreundlich hergestellt .

Wir kaufen „umweltfreundliche“ Autos, die Abgase produzieren. Dadurch gelangen jährlich viele Tonnen CO2 in die Atmosphäre, die Umwelt wird negativ beeinflusst. Und bevor man losfahren kann, müssen diese Autos noch hergestellt und getankt werden. Für beides benötigt man Ressourcen, die limitiert sind. Diese Ressourcen lassen sich im schlimmsten Fall nicht noch einmal verwenden, was der Welt auf weiteren Wegen schaden kann. Das muss sich verändern. Mich stört auch, dass das Fahren unsere volle Aufmerksamkeit beansprucht und man somit die Zeit nicht effektiv nutzen kann.

Zusammengefasst spielen für mich zwei Faktoren eine enorme Rolle, die ein Fortbewegungsmittel erfüllen muss. Nur so kann ich es als Fortbewegungsmittel der Zukunft akzeptieren: Es muss umweltfreundlich und bequem sein. Ich sollte also in meinen Möglichkeiten nicht eingeschränkt werden, genauso wie meine Umwelt nicht verändert werden darf.

Schauen wir uns ein Fahrzeug an, das sich über viele Jahre hinweg entwickelt hat: Das Auto. Aktuell konzentriert man sich auf autonomes (fahrerloses) Fahren, wodurch Bedingung Eins erfüllt wird, die Bequemlichkeit. Außerdem werden neue Antriebstechnologien entwickelt, wie akkubetriebene Motoren, wodurch Bedingung Zwei teilweise erfüllt wird. Wir werden uns aber nie ausschließlich auf ein einziges Mittel, zum Beispiel das Auto, beschränken, viel eher werden wir uns in unterschiedlichen Situationen für das jeweils komfortabelste Mittel entscheiden. Ob das gut ist, lässt sich nicht spontan beantworten, weil es immer Innovation und Fortschritt gibt, egal in welche Richtung und egal bei welchem Produkt.

Doch was für Möglichkeiten werden uns erhalten bleiben? Welche Art der Fortbewegung wird sich durchsetzen?

Ich weiß es nicht. Denn ich kann nicht in die Zukunft sehen, nur hoffen und ahnen.

Egal wie klimauntauglich die Mobilität der Zukunft sein wird, der technische Fortschritt erleichtert uns unser Leben. Wir wollen die Anstrengung aus unserem Leben verbannen. Warum laufen oder Fahrrad fahren, wenn wir doch das Auto mit beheizten Sitzen benutzen können? Und warum früh am Morgen mit dem Fahrrad zur Schule fahren, wenn wir den Weg auch mit der Bahn zurücklegen können? Es ist angenehmer und kostet nur zwei Euro.

Ich hoffe trotzdem, dass wir unsere Erde mit Respekt behandeln werden.  Sonst wäre es notwendig, auf einen bewohnbaren Exoplaneten umzusiedeln. Dort müssten wir und unsere Kinder und Enkel leben.

Exoplanet: Das Zuhause der Zukunft?

Exoplanet: Das Zuhause der Zukunft?

Ich vergleiche die Erde gern mit einer leeren Zahnpastatube: Man muss oft stark drücken, damit noch ein Rest rauskommt. Wir leeren sie fast komplett und suchen uns dann die nächste Tube, also die nächste „Erde“. Dort gibt es neue technische Errungenschaften, Weiterentwicklungen, Veränderungen. Und irgendwann sicherlich auch wieder die Frage, wie die Mobilität von morgen aussieht und wie das unsere Umgebung beeinflusst.