E-Mail aus der Zukunft?

Durch Zufall habe ich eine Seite entdeckt, auf der man sich selbst E-Mails schreiben kann. Das Besondere daran ist, dass man sich diese Mail zeitversetzt schickt. Doch was heißt das im praktischen Sinne? 

Der Titel ist eigentlich eine Lüge. Man kann sich (noch) keine Nachrichten in die eigene Vergangenheit schicken. Nach meinem Wissen würde es zu einem Zeitreiseparadoxon kommen, wie in einigen Serien behandelt. Aber was bereits geht, ist seinem Zukunfts-Ich eine Nachricht zu senden.

Eine Schreibmaschine

Ist E-Mails zu schreiben überhaupt noch modern?

Auf FutureMe kann man dem eigenen Ich (Future Me) eine E-Mail schicken. Doch was kann man damit alles anstellen? Grundsätzlich interessant: Sich selbst zum Geburtstag gratulieren. Da können Glückwünsche rein oder – viel interessanter – Erwartungen an das Zukunfts-Ich. Nehmen wir an, ich hätte im Moment das Ziel, Astronaut zu werden. Erwarte ich dann nicht, dass ich dieses Ziel auch noch an meinem 20. Geburtstag verfolge? Oder mich selbst daran „erinnere“, irgendetwas sehr Wichtiges zu tun? Oder mich jede Woche mit einem Tagebucheintrag überrasche, der zum Beispiel um 2 Jahre verzögert ankommt? Das würde nicht nur unheimlichen Spaß bringen, sondern auch spannender sein, als jedes Buch. Wer kann schon behaupten, in seiner eigenen Vergangenheit lesen zu können?

Diese Idee wirft natürlich auch Fragen auf, die man gedanklich einmal durchspielen kann: Wie werde ich auf diese Mails in Zukunft reagieren? Was kann man damit alles tun? Das Gefühl, mit jedem Lebensjahr reifer zu werden: stimmt das? Und werde ich mein vergangenes Ich hassen?

Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein Weg, seinem eigenen Ich (Past Me) zurückschreiben zu können. Vielleicht wird es irgendwann möglich sein, diese Paradoxa aufzulösen und eine echte Konversation zu führen. Das Erste, was ich nun machen werde, ist, mir all diese Fragen selbst zu stellen: Ich werde den Artikel sofort an alle mein(e) zukünftigen Ichs weiterleiten.