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Backstage: Wer besiegt Paul? 2015

Es steht fest: Er ist noch immer ungeschlagen! In 12 Spielen kämpfte Julia Zwolinski um 1000 € – und verlor.

Doch fangen wir ganz vorne an: Bereits im Vorfeld musste viel vorbereitet werden. Und das passiert normalerweise mehrere Monate vor der Show. So mussten wir sowohl dafür sorgen, dass genug Geld für die Show vorhanden ist, als auch aus einer Unzahl an Leuten vier finale Kandidaten casten. Es gibt vielfältige Aufgaben, die aber alle besetzt werden müssen. Fällt eine Person weg, ist die gesamte Show in Gefahr. Man könnte also sagen, dass alles auf wackligen Beinen steht.

Die Spannweite an Aufgaben reicht von Redaktionsaufgaben, also zum Beispiel der Auswahl der Spiele und der Erstellung neuer, interessanter Aufgaben, bis zur Organisation der Gerätschaften, also Licht-, Video- und Tontechnik. Da alles nur ausgeliehen ist, braucht es jemanden, der die Ausrüstung abholt und in die Stadthalle bringt und natürlich auch wieder zurückbringt. Außerdem mussten wir im Vorfeld noch Kandidatenvideos produzieren. Das heißt, Drehbücher schreiben, sich mit den Kandidaten treffen, das Video drehen und es danach noch schneiden.

Am Mittwochabend konnten wir in die Stadthalle. Wir begannen mit dem Aufbau des sog. „Truss“, eine riesige Traverse. Er ist dazu da, dass wir die Licht- und Tontechnik an die Decke hängen können. Erstaunlicherweise hält die Stadthalle das aus – für so eine Art von Veranstaltung ist sie nämlich eigentlich gar nicht konstruiert worden. Jedoch, und das ist sehr wichtig, kann man ausrechnen wie viel die Decke aushält, wenn man die Traverse nach den Regeln der Statik anbaut.

Sobald alles fertig montiert ist, können wir mit den Proben starten. Davon brauchen wir eine ganze Menge,  man kann die Dinge, die man mehrere Monate vorbereitet hat, endlich einmal ausprobieren. So konnten wir das erste Mal auch das Livespiel, eine Neuerung in der zweiten Ausgabe, ausprobieren. Dieses Mal konnten nämlich zum ersten Mal die Zuschauer mitmachen. Jeder mit einem Smartphone konnte unsere Webseite besuchen. Dort muss man sich mit seinem Namen registrieren und sobald eine Frage an der Leinwand auftauchte, konnte man mitraten. Dieses (vom Team gern genannte) „WBP Live“ war eine große Herausforderung. Wer konnte wissen, ob die Funkzellen den gesamten Datenverkehr aushalten? Oder ob nicht der Server, entweder durch Überlastung oder durch einen noch unentdeckten Fehler, einfach zusammenbricht und das Spiel somit nicht funktioniert?
Damit die Datenpakete so klein wie möglich gehalten werden konnten, haben wir eine Webtechnologie namens „Websockets“ verwendet. Diese erlaubt es, mit dem Benutzer eine dauerhafte Verbindung aufzubauen, um damit Daten in Echtzeit zu übertragen So wurde zum Beispiel die Übertragung der Antworten oder der Darstellung der Webseite damit realisiert. Unterstützung von einem Sponsor hatten wir dabei auch – PubNub, die uns bei der Umsetzung stark unterstützt haben.

In den Proben konnte auch das System „Hyperion“, womit wir letztes Jahr massive Probleme hatten, getestet werden. Hyperion ist eine Software, die steuern kann, was man auf der Leinwand sehen kann, also zum Beispiel das Abspielen von Videos oder die Anzeige der Punkte. In den Proben gab es kaum Fehler, jedoch (und das stellt man leider immer erst am Ende fest) kann man auch dann nicht vor Fehlern sicher sein. So hatten wir bereits im zweiten Spiel – Achtung, Deja-Vu – Probleme mit dem Spiel „Wo liegt Was“, in dem Paul und Julia auf einer Karte markieren sollten, wo sich ein gesuchter Ort befindet.

Am Samstagabend war es dann so weit – die Show konnte starten. Das gesamte Team war aufgeregt – verständlich, schließlich hatten wir über 700 Zuschauer! Es wurde dunkel – und der Showbeginn wurde mit einem spannenden Trailer eingeleitet. Nachdem Fabian mit Paul auf der Bühne stand, wurden die Kandidatenvideos gezeigt. Das war einer der ersten Momente, in denen man unruhig darauf „wartet“, dass irgendetwas schief geht – hier zeigt sich, ob wir sauber gearbeitet haben.

Die erste Hälfte war ein großer Stress für das Team, es schien, als ob kaum etwas funktionieren wollte! Zum Glück gab es in der Hälfte der Show eine Pause, in der wir noch einmal genug Zeit hatten, den Sachen auf den Grund zu gehen. Die zweite Halbzeit lief dann auch erstaunlich gut, wobei ich beim letzten Spiel dachte: „Bitte, lass Paul jetzt gewinnen, nicht noch ein Spiel, das schaffen wir nicht!“

Paul gewann das 12. Spiel und konnte somit mit einem Punktestand von 101:25 den Abend für sich entscheiden. Fabian erklärte in seiner abschließenden Rede noch einmal, warum Wer besiegt Paul so besonders ist:

Wir machen das alle als unser Hobby. Jeder steckt hier sein Herzblut rein, wir suchen stets einen Weg, die Veranstaltung zu finanzieren. Und, das ist ziemlich wichtig, alles, was wir einnehmen, fließt auch zu 100% in die Show wieder zurück, wir arbeiten alle ehrenamtlich.

Am nächsten Morgen musste alles abgebaut werden. Alles, was wir innerhalb der letzten vier Tage „erschaffen“ hatten, musste nun zurück an seinen ursprünglichen Platz. Da wir mehr Technik als letztes Mal geliehen hatten, brauchten wir diesmal viel länger – schließlich musste die Traverse, die vergrößerte Tribüne und auch der Teppich wieder weg. Insgesamt sechzehn (!) Stunden Arbeit!

Ich persönlich glaube, dass die Veranstaltung, im Vergleich zum letzen Mal, definitiv an Qualität zugenommen hat. Mit unfassbar guten Music Acts, einem schnelleren Einlass und WBP Live konnten wir hoffentlich alle überzeugen. Jedoch gibt es stets Verbesserungspotenzial, welches wir natürlich voll ausschöpfen möchten. Vielleicht möchtest du uns dabei helfen?

Gerade jetzt, wo Schlag den Raab zu Ende gegangen ist, suchen sicherlich viele begeisterte Zuschauer nach einer würdigen Alternative. Wir hoffen, dass Wer besiegt Paul diesen Platz einnehmen kann. Wir versuchen, immer unser Bestes zu geben und haben auch selbst steigende Anforderungen an uns selbst. Wir sind aber hauptsächlich von einem abhängig – dem Publikum. Ohne Zuschauer könnten wir zum einen die Show gar nicht finanzieren, andererseits gibt es auch nur diesen einen Grund, warum Wer besiegt Paul überhaupt existiert.

Wir hoffen, dass die Show allen gefallen hat. Es ist aber auch wichtig, negative Meinungen zu hören, wir sind auf Feedback angewiesen. Deshalb möchte ich dich dazu auffordern, ein Kommentar zu schreiben, der deine eigene Meinung widerspiegelt.

Jetzt bleibt nur noch eins zu sagen: Veni, vedi, vici! 2016 sind wir wieder zurück!