Statusmitteilung

Ausfall? Eher nicht…

Ihr kennt das: Es ist kurz nach Stundenende und man geht zum nächsten Klassenraum — am Vertretungsplan vorbei. Kein großer Umweg, morgen könnte ja ein Fachlehrer krank sein und deshalb eine Stunde ausfallen. Und so steht man vor dem Plan und freut sich – oder auch nicht.

Gerade bei langen Freistunden kommt schnell Langeweile auf.

Gerade bei langen Freistunden kommt schnell Langeweile auf.

Grundsätzlich findet es sicherlich jeder Schüler toll, von seiner Pflicht, im Klassenraum zu sitzen und einem Lehrer zuzuhören, befreit zu sein. Zumindest im ersten Moment, schließlich kann das sehr anstrengend sein. Ein Lichtblick im anstrengenden Schulalltag! Vielleicht kann man die frei werdenden Stunden sogar zu Hause verbringen – sicherlich ein Traum. Die Vorteile liegen auf der Hand: Mehr Freizeit, Kauflandbrötchen und Entspannung. Und man verpasst keinen Unterricht, im Gegensatz zum konventionellen Schwänzen. Leider ein temporärer Effekt, denn danach geht es direkt weiter oder man hat mehrere Stunden hintereinander Ausfall und darf dann auf eine einzige Stunde Unterricht warten, da diese leider nicht vorgezogen werden kann – doppelt „Glück“ gehabt, oder?

Wäre es nicht besser, doch Unterricht zu haben? Immerhin braucht man den Lernstoff irgendwann noch, für Abi und MSA, wie uns das tagtäglich erzählt wird. „Man lernt fürs Leben“, diese Sprüche kennt man.  Somit geht „wertvolle“ Unterrichtszeit verloren und das möchte ja niemand. Und die „bessere“ Lösung? Prokrastination bei Aufgaben oder Vertretungslehrer, die keine Ahnung haben, in welchem Stoffgebiet man sich im Moment befindet?  Nein, lieber richtigen Unterricht, oder?

Zeitweise können dauerkranke Lehrer zu ernsthaften Problemen führen. Lange Zeit kein Musikunterricht – für manche der Segen auf Erden, viele hingegen hätten lieber welchen gehabt. Man hätte schließlich ein ganzes Klavierstück (wie wäre es mit Fluch der Karibik?) einstudieren oder einen Vortrag über Musikrichtungen halten können. Oder aber lange Zeit kein Englisch – auf das Abi hat das garantiert keine Auswirkung, ehrlich…

Aber man sollte fair bleiben: Trotz häufiger Ausfälle gibt es Lehrer, die sich bemühen, Schüler die Zeit effektiv nutzen zu lassen – leider gibt es aber auch die Lehrer, die so etwas wie Pseudo-Aufgaben vergeben, wodurch sich natürlich kein Lerneffekt erzielen lässt. Da Schüler von Natur aus zu Faulheit neigen, geschieht in den meisten Aufgaben-Stunden kaum etwas, außer ein Lehrer sitzt mit im Raum. Dann wird vielen klar, dass es wenig Sinn macht, zwei Stunden zu verschwenden (gerade weil man nicht zu Kaufland kann) oder erst Sonntag-Abend mit den Aufgaben zu beginnen. Nur leider reichen die Aufgaben oft nicht, oder es gibt zu viele. Deshalb mein Vorschlag: Ja, geben Sie uns Aufgaben, aber nur so viele, dass diese in den Stunden schaffbar sind. Darüber hinaus sollten Sie aber auch noch, zum Beispiel für Schüler mit Interesse, Zusatzaufgaben anbieten, damit diese (für den Fall, dass die anderen Aufgaben nicht reichen) weiterüben können.

Wenn man am Vertretungsplan steht, denkt man natürlich nur an die positiven Aspekte des Ausfalls. Aber im Nachhinein regen sich fast alle darüber auf, nicht nur Lehrer und Erwachsene. Trotzdem werde ich mir jetzt erst mal ein Kauflandbrötchen holen.

Welche Erfahrungen habt ihr bereits mit Ausfall gehabt? Habt ihr oft Aufgaben, und wenn ja, wo löst ihr sie? Was denkt ihr, wie könnte man diese Situation verbessern?