Klassensprecherfahrt – Aktivurlaub für die Schülervertretung

Das sagenumwobene Amt des Klassensprechers ist wahrlich nicht für jedermann das
Richtige. Sich in seiner Freizeit freiwillig mit der Schule beschäftigen, engagiert,
motiviert und konzentriert sein, dem Druck standhalten, nicht nur für sich selbst
Verantwortung zu übernehmen, all das sind Dinge, die ein Klassensprecher auf sich
nimmt – Tag für Tag. Umso dankenswerter, dass es Schüler an unserer Schule gibt,
die sich in dieses Amt wählen lassen und es mit Engagement betreiben. Die Vertreter
der einzelnen Klassen beschließen die Durchführung von Projekten, kümmern sich um
allgemeine und individuelle Probleme, fördern die Schule in vielen Bereichen und
sorgen für eine gute Kommunikation zwischen Schülern und Lehrern.

Eigens für die Klassensprecher gibt es an unserer Schule seit letztem Schuljahr die
Möglichkeit, an einer „Klassensprecher-Fahrt“ teilzunehmen. Die diesjährige Fahrt
fand im Zeitraum vom 19. bis 21. Januar statt. Sie wurde vom Schülersprecher Karl
Kapahnke geleitet und durch Herrn Aurin betreut. 19 Vertreterinnen und Vertreter der
Klassen trafen sich am 19. Januar am Bahnhof Hohen Neuendorf, um gemeinsam ein
produktives Wochenende im Wald-Solar-Heim in Eberswalde zu verbringen.

Nach Ankunft, Bezug der Zimmer und einer kleinen Runde zum gegenseitigen
Kennenlernen fand ein Seminar statt, in dem die Klassensprecher einiges über
Gremien sowie Methoden zur Planung und Durchsetzung von Projekten lernten. Das
Seminar wurde von zwei Vertretern des LISUMs (Landesinstitut für Schule und
Medien) geleitet und erhielt positive Resonanz von den Klassensprechern. Bei
gemeinsamen Spiele-Abenden wurde das Team der Schülervertretung zusätzlich
gestärkt. Die legendären Werwolf-Runden gingen teilweise bis spät in die Nacht.

Am nächsten Tag begann die eigentliche Arbeit der Schülervertretung. Nach den
Methoden, die am Tag zuvor im Seminar vermittelt wurden, wurden Projektvorschläge
gesammelt und ausgewählt. Schlussendlich wurde durch eine Abstimmung
entschieden, mit welchen Projekten man sich im Rahmen der Fahrt intensiver
beschäftigen wolle. Man entschied sich für vier Projekte. 

Das Projekt „Vertrauensschüler“ wurde von Charlotte Tegethoff aus Klasse 11 geleitet.
Es beschäftigt sich, wie der Name schon sagt, mit der Einrichtung von
Vertrauensschüler-Posten an unserer Schule, welche zusätzlich zu den
Vertrauenslehrern dazu dienen sollen, Schülern mit Problemen jeglicher Art eine Anlaufstelle zu bieten.

Weiterhin wurde mit dem Projekt „Jahrbuch“ ein lang gehegter Traum endlich
umgesetzt. Mit Henriette Bäßler aus Klasse 11 erklärten sich vier weitere Schülerinnen
bereit, das etwas in Vergessenheit geratene Projekt wieder aufleben zu lassen. Man
wolle dafür das Projekt sogar als AG anmelden, sodass jeder Schüler die Möglichkeit erhalte, sich am Jahrbuch zu beteiligen.

Ein anderes viel gefragtes Projekt bemüht sich um die Einrichtung verschiedener
Sportfahrten an unserer Schule. Viele Schüler wünschen sich eine Skifahrt, eine
Surfreise oder eine Fahrradtour. Dies wolle man durch dieses Projekt umsetzen. Pascal
Ohnesorge aus Klasse 11, der das Projekt leitet schlägt vor, dass Sommer- und
Winterfahrten jeweils vor dem Halbjahreswechsel stattfinden. Dabei sollen Schüler aus
allen Klassenstufen die Möglichkeit erhalten, teilnehmen zu können. Jedoch werden
noch engagierte Mitstreiter gesucht, um dieses Ziel umzusetzen!

Das vierte geplante Projekt trägt den Titel „BYOD“ – also „bring your own device“.
Im Rahmen dieses Projektes wird versucht durchzusetzen, dass Schüler in Zukunft
ihre Tablets und Laptops mit in die Schule bringen, um darauf Unterrichtsmitschriften
anzufertigen. Vorerst ist geplant, dies nur in der SEK II und auf freiwilliger Basis
anzubieten. Das Projekt wäre mit der Einrichtung eines WLAN-Anschlusses an
unserer Schule verbunden. Ziel ist es, Aufzeichnungen strukturierter anfertigen zu
können und Papier zu sparen.

Die Schülervertretung beschäftigte sich in kleinen Gruppen mit den einzelnen
Projekten. Aufgrund der größtenteils effektiven Arbeit konnte man bereits am Ende
des Tages erste Ergebnisse vorweisen. Nach den Präsentationen durch die Gruppen
wurden die Arbeitsergebnisse diskutiert und zusammengefasst. Zudem stand im Fokus
Ideen zu sammeln, wie es auf der geschaffenen Basis möglich sei, auch im Schulalltag
weiter an den Ergebnissen der Fahrt anzuknüpfen.

Letzter Punkt auf der Tagesordnung war das Abhalten der 4. Konferenz der
Schülerinnen und Schüler. Im kleineren Rahmen als sonst war es möglich
Diskussionen freien Raum zu lassen und die Erkenntnisse der Fahrt für die
Präsentation auf der nächsten Konferenz, dann wieder mit allen Klassensprechern, zusammenzufassen. Zudem spielte die Evaluation der Fahrt eine wichtige Rolle, um die Qualität der Veranstaltung Jahr für Jahr zu verbessern. Neben kleinen Kritikpunkten kam die Fahrt im Ganzen sehr gut bei den Teilnehmern an und eine
Fortsetzung der Klassensprecherfahrt im kommenden Schuljahr ist durchaus gefragt.

Nach einem produktiven Tag und dem ein oder anderen Abschluss-Spiel am Abend
ging es am nächsten Tag bereits wieder nach Hause. Von den Ergebnissen und
Erfahrungen der Fahrt profitieren im Nachhinein nicht nur die Klassensprecher,
sondern auch die Schule selbst. Die Umsetzung der Projekte wird weiter verfolgt
werden und hoffentlich erfolgreich sein. Wir sind gespannt.