Kurzmitteilung

Der Herbstdonnerstag

Von meinen kalten Armen umschlungen, streife ich durch den kalten und nassen Wald. Immer wieder drehe ich mich, in der Angst, es wieder hinter mir zu sehen, um. Ich war nur joggen, so wie jeden Donnerstag, nur diesmal allein. Ich dachte mir nichts dabei, ich meine, mir ist ja sonst nie etwas aufgefallen. Doch heute war es anders. Seitdem ich das Haus verlassen hatte, hatte ich das Gefühl von etwas verfolgt zu werden, jedoch war mir das egal, manchmal bildet man sich etwas ein, was gar nicht da ist. Ich joggte nun geradewegs in den schon dämmernden Abend. Der Wald wurde von der roten untergehenden Sonne untermalt. Die fallenden Blätter, unter denen ich mich befand, segelten langsam auf den noch nassen Waldboden.Ich atmete tief ein und spürte die Natur in meiner Lunge. image

Allmählich wurde ich schneller. Ich schaute mich ein bisschen um, ein normaler Herbstwald, doch als ich mich ohne mir etwas dabei zu denken, umdrehte, war es genau hinter mir. Es war so unfassbar schnell. Ich kann gar nicht genau sagen, was es war, aber es machte mir schreckliche Angst. Es kam immer näher. Als ich realisierte, dass dieses Wesen für mich eine Gefahr darstellen könnte, rannte ich so schnell, wie ich konnte. Ohne zu wissen wohin, drang ich tiefer und tiefer in Wald hinein. Vom Weg abgekommen, rannte ich zwischen Kiefern, Eichen und Kastanien wirr herum. Als ich mich traute noch einmal nachzuschauen, ob es noch da ist, war es weg, jedoch das Gefühl beobachtet zu werden, war immer noch da. Ich wurde langsamer, schaute mich aber immer noch panisch um. Ich kannte meine Umgebung nicht und so ängstlich, wie ich nun mal bin, traute ich mich nicht zurück. Ich drang immer mehr in die Tiefen des Waldes ein.
Die Sonne ist kaum noch zu sehen. Zitternd lief ich durch das Gestrüpp aus Ästen, Moos und Blättern. Immer wieder drehte ich mich um. Seitdem es mir hinterher gerannt ist, sind schon rund 30 Minuten vergangen. Ich fror und wusste nicht, wo ich war. Plötzlich hörte ich es links neben mir knacken. Erschrocken drehte ich langsam meinen Kopf und sah es wieder. Es ist größer geworden und rannte in einem unglaublichen Tempo auf mich zu. Ich rannte wieder los. Ich hatte das Gefühl, dass das Zerbrechen der Äste unter meinen Füßen immer lauter wurde. Das galt auch für die Geräusche des Monsters hinter mir. Ich merkte, wie ich durch einen kleinen Baumstamm ins Stolpern geriert. Ich torkelte und verlor an wertvoller Zeit. Ich spürte plötzlich kalte, nasse und scharfe Klauen auf meinen Schultern. Mein Herz stockte, als…

Fortsetzung folgt…